„Wombtwin Survivors“ ist der englische Begriff für Menschen, die aus Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften alleine geboren worden sind, d.h. deren Geschwister vor der Geburt gestorben sind. Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass dies in einer von acht Schwangerschaften der Fall ist. Das bedeutet, einer von acht Menschen ist ein wombtwin survivor!
Donnerstag, 9. Juni 2011
John und Edward Grimes
1, 2, 3
Mir ist aufgefallen, dass es meist männliche Zwillingspaare sind, die miteinander arbeiten oder ihr ganzes Leben miteinander verbringen, während die weiblichen eher getrennte Wege gehen. Woher kommt das? Oder sehe ich das falsch? Sind einfach nur nicht genug weibliche Paare berühmt, um die Schlüsse ziehen zu können? Immerhin gibt es auch noch Ashley & Mary-Kate Olson.
Dienstag, 24. Mai 2011
Dem Leben auf der Spur
Ich war immer auf der Suche nach etwas, das meinem Leben mit einem Schlag Sinn verleiht; etwas, das alles von heute auf morgen gut werden lässt. Und jetzt merke ich, dass das Leben so nicht funktioniert.
Wenn man Veränderung will, muss man dafür arbeiten und sich anstrengen. Da hatte ich immer was gegen einzuwenden, einmal weil ich ungeduldig bin und natürlich auch, weil ich unterbewusst mich danach gesehnt habe, dass alles wieder wie damals im Mutterleib wird, als alles noch gut war. Und das konnte ich nicht durch eigene Kraft erreichen.
Die Wahrheit ist, dass ich das überhaupt nicht erreichen kann, und das akzeptiere ich so langsam. Sehe ein, dass das Leben nur langsam vorangeht und man seine Ziele tatsächlich verfolgen kann, wo ich früher immer davon ausgegangen bin, dass etwas, was nicht sofort in Erfüllung geht, niemals in Erfüllung gehen wird, sondern mir stattdessen schon bald genommen würde und ich dann nichts mehr hätte, gar nichts. Vielleicht glaubte ich auch, selber bald sterben zu müssen.
Im Moment spüre ich kleine Veränderungen, und zwar in mir selber. Ich weiß von der Vergangenheit, ich muss nicht mehr rätseln und herausfinden, was geschehen ist. Ich kann davon loslassen und es so sein lassen, wie es ist. Je mehr ich das mache, desto mehr sehe ich ein, dass ich lebe und es auch noch eine Weile tun werde. Ganz unspektakulär. Alle andauernden Veränderungen sind unspektakulär, so kommt es mir vor.
Also, ihr wombtwin survivor da draußen, gebt nicht den Mut auf, ihr habt euch bestimmt schon mehr verändert, als euch bewusst ist. Und lasst euch eins sagen: Wenn ich soweit kommen konnte, dann schafft das jeder von euch! (-:
Samstag, 16. April 2011
Zwillings besessen?
Ich wollte mit ihnen befreundet sein, die Unterschiede und Gleichheiten herausfinden, verstehen wie es für sie ist ein Zwilling zu sein.
Auch bei Familien mit 2 Kindern welche sich ähnelten oder wirkten als wären sie gleich alt, habe ich mir immer die Frage gestellt "Sind es Zwillinge?". Ich musste sie anschauen, von einem zum andern, fast krampfhaft, niemand verstand das und ich denke manchen ist mein Blick aufgefallen.
Manchmal habe ich meine Mutter in so Situationen darauf angesprochen, ob sie denkt dass diese beiden Kinder Zwillinge sind oder "nur" Geschwister. Sie guckte mich meist etwas unverständlich an und fragte "Warum ist das so wichtig? Das spielt doch für uns keine Rolle". Das war ja eigentlich wahr, andererseits, für mich nicht, aber erklären warum, das konnte ich nicht und so hab ich mich auch manchmal ab mir selber gewundert.
Jetzt viele Jahre später verstehe ich all diese Situationen im Nachhinein, endlich ergeben sie einen Sinn. Auch heute gibt es solche Momente noch oft, wenn ich zum Beispiel im Zug sitze und Familien mit Kindern sehe, welche wirken als wären sie gleich alt oder sich ähneln, dann frage ich mich wieder "sind es Zwillinge?"
Bitte verzeiht mir wenn ihr mal zu denen gehört die ich anschaue, ich will nichts böses, ich versuch nur zu verstehen, wünsche mir an der Stelle von einem der beiden zu sein, zu spüren wie es ist ein Zwilling zu sein, mit einem lebenden Zwilling zu leben.
Hätte ich den Mut und unsere Zeit wäre reifer, würde ich gerne einige Fragen stellen "wie ist es? Wie fühlt es sich an? Wie tief ist die Verbindung? Spürt ihr einander auch wenn ihr nicht beieinander seid? Gibt es sowas wie eine gedankliche Verbindung? Gibt es Momente wo es wehtut sich so nahe zu stehen?"
Best Friends
Ich kenn Dich nun seit etwas mehr als einem Jahr doch es ist als würde ich Dich schon ewig kennen, es ist als wärst Du schon immer dagewesen irgendwie.
Ach hätte ich Dich nur schon früher gehabt, wie toll wäre das gewesen!
Du kennst mich schon so gut, verstehst mich (fast) immer, weisst was ich denke, weisst wie ich fühle, spürst wenn ich traurig bin und zum lachen gebracht werden sollte und Du verstehst es mich zu motivieren und aufzubauen wenn es mir nicht gut geht.
Mit Dir kann ich es aber auch lustig haben, wir blödeln herum, sind manchmal wie zwei alberne Hühner, aber es tut so gut!
Ich weiss nicht warum wir uns so gut verstehen, warum wir uns mögen, aber das ist mir eigentlich auch egal, es spielt nicht wirklich eine Rolle. Es spielt auch keine Rolle welches Alter Du hast, ob jünger oder älter als ich, wenn man sich so super versteht sind solche Dinge vollkommen nebensächlich.
Mit Dir kann ich über alles reden, egal was es ist, Du lachst nie, das ist nicht immer selbstverständlich. Du gibst so viel ohne was zu verlangen, aber ich gebe es Dir gerne zurück, manch einer könnte von Dir lernen der nichts anderes kann als nur Nehmen aber nicht Geben!
Ich hab andere Freundschaften erlebt, von denen ich dachte es ist das gelbe vom Ei, aber schlussendlich war es nichts als Schall und Rauch, einseitig und halbherzig.
Aber Du bist anders!
Du bist mutig
Du bist witzig
Du bist schlau
Du bist nett
Du bist cool
Du bist hilfsbereit
Du bist ehrlich
Du bist eine tolle Person
Du bist besser als Du denkst
Du bist eine super Freundin
Du bist da wenn man Dich braucht
Du bist so natürlich
Du bist echt
Du bist Du und genau das macht es aus!
Als ich anfing vom Thema Wombtwin zu reden hast Du mir konzentriert zugehört, Fragen gestellt aber kein einziges Mal an meinen Worten gezweifelt. Du hast es nicht hinterfragt, nicht nach Gegenargumenten gesucht, sondern einfach so akzeptiert.
Du hast mich aufgebaut wenn ich mich wieder mal so leer gefühlt habe, so halbiert und unvollständig, Du warst Da wenn ich traurig war und hast es meist irgendwie geschafft mich zum lachen zu bringen oder zu motivieren.
Wenn du nichts von mir hörst oder liest, dann machst Du Dir Sorgen und setzt alle Hebel in Bewegung um herauszufinden was los ist, auch das ist neu für mich, weil ich das bisher so nicht kannte und genau für das mag ich dich!
Danke dass Du mich so gut verstehst
Danke dass Du da bist
Danke dass Du mich zum lachen bringst
Danke dass Du meine Freundin bist
Danke dass Du so ehrlich und direkt bist
DANKE!
Und sorry dass Du wohl manchmal etwas meinen Zwilling vertreten musst aber Du machst es toll!
Donnerstag, 24. März 2011
Healing Path
Wenn man es durcharbeitet, kann man herausfinden, wie genau man das Leben seines Zwillings in sein eigenes integriert hat. Was zu einem selbst gehört, und was nicht. Außerdem lernt man, zu erkennen, wann man sich im 'schwarzen Loch', ein Kompromierungszustand für den Tod des Zwillings, befindet und mit der Zeit auch, dort wieder hinauszukommen.
Natürlich ist es nur eine Anleitung und die eigentliche Arbeit macht man selber. Ich finde aber, es ist ein guter Leidfaden, sozusagen eine Landkarte im großen, unübersichtlichen Land des vorgeburtlichen Zwillingsverlusts.
Donnerstag, 17. Februar 2011
'Leben' und 'Tod' sind Zwillinge
Den einen Tag bin ich down, müde und depressiv, will alles nur beenden und aufgeben. Dann schaffe ich es, meistens mit Hilfe von Freunden (danke Rina^^) oder webseiten über wombtwin survivor, mich aus der Krise zu ziehen und zu überzeugen, dass es weitergehen wird.
Und am nächsten Tag fängt alles wieder von Vorne an, und das Leben kommt mir wie ein Kampf vor, den ich sowieso nicht gewinnen kann.
In vielen Situationen hilft es mir, mir vorzustellen, dass mein Zwilling da ist und was sie sagen würde. Oder einfach mit ihr zu reden, ganz selbstverständlich wie sonst nichts. Und daran zu denken, dass niemand an ihrem Tod Schuld ist; sie weder mich verlassen hat noch ich ihr den Platz weggenommen habe.
Das ist echt ein Lernprozess, aber immerhin erkenne ich Fortschritte, anstatt wie viele Jahre lang nur im Dunkeln umher zu irren.
Samstag, 5. Februar 2011
Friedhofsbesuch bei meinem Grossvater
Schon während der Fahrt war es ein komisches Gefühl und je näher der Bus der Haltestelle kam wo ich rausmusste umso schlechter ging es mir. Ich hatte Mühe meine Tränen zurückzuhalten, ich vermisse zwar meinen Grossvater sehr, aber es ist jetzt nicht so dass ich jeden Tag an ihn denken würde, daher hat mich diese extreme Trauer selber ziemlich überrascht.
Auf dem Friedhof beim Grab angekommen erzählte ich meinen Grosseltern, vorallem meinem Grossvater zuerst so wie es uns allen geht, damit er auf dem Laufenden ist. Die Gefühle überrollten mich irgendwie, ich bekam eine Wut im Bauch, klar habe ich mich mit meiner Grossmutter nicht immer verstanden und sie hat meinen Grossvater manchmal recht unterdrückt, aber ich glaube diese Wut hatte auch da einen anderen Grund im Hintergrund, den Hintergrund des Zwillings.
Bei meinem Zwillingsbruder Bruno, habe ich keinen Platz wo ich hingehen kann, einen Platz wo er "ist", wo man trauern kann, mal Blumen hinstellen oder sowas.
Ich denke in diesem Augenblick am Grab vermischten sich die Gefühle, sie überschnitten sich. In dem Moment begriff ich das noch nicht so klar, aber ich habe ziemlich klare Worte gesprochen, meine Grossmutter ziemlich zu Unrecht stark kritisiert, dabei konnte sie für ihre Art doch auch nicht viel dafür.
Auf dem Heimweg bekam ich dann plötzlich ein schlechtes Gewissen und war selber erstaunt wie heftig ich auf dem Friedhof reagiert habe und was da alles rausgekommen ist und ich stellte plötzlich fest, dass mir ein Platz fehlte, wo ich Bruno "besuchen" konnte, dass es für mich keinen Ort gab wo ich dafür hinkonnte.
Ich beschloss mir irgendwo einen Platz auszusuchen wo ich hinkann wenn ich traurig bin, wo ich mich Bruno näher fühle, mit ihm reden kann, alleine sein kann. Irgendwo an einem Ort, einer Stelle wo es ihm auch gefallen hätte.
Klar kann ich mit Bruno eigentlich überall reden, auch zuhause in den eigenen 4 Wänden, oder draussen, aber trotzdem habe ich irgendwie das Bedürfnis noch so eine spezielle Stelle zu haben.